Beata Absalon (Berlin), Rebecca Frances (Berlin)
Spielzeiten: Freitag 11:00 – 21:00 / Samstag 11:00 – 21:00
Ort: Studio (Kachelhaus, Obergeschoss)

Es ist anstrengend, eine Person zu sein und anderen in ihrer Ganzheitlichkeit gerecht zu werden. Warum also nicht Schritt für Schritt das Ganze in seine Einzelteile zerlegen und sich den Fragmenten zuwenden, aus denen wir gemacht sind? Das ist viel einfacher! Hier kannst du fasziniert sein von Details und musst nicht mehr dich selbst finden oder verwirklichen oder du selbst sein.
Zwei Kräfte interessieren uns: 1.) der Schlummer, 2.) die Nerdigkeit. Es wird Zeiten tiefer Ruhe und veränderter Bewusstseinszustände geben, aus denen trancige oder herrlich unambitionierte Interaktionen entstehen können. Zu anderen Zeiten werden wir präzise sein wie Wissenschaftler"innen, Bastler*innen oder Fetischist*innen.
Was genau könnte passieren?
Vielleicht ist es stockfinster, und eine einzelne Taschenlampe beleuchtet bloß den Mund einer Person in Ekstase, während wir alle zusehen.
Vielleicht liegen Körper schwer auf dem Boden, die Arme ausgestreckt, und greifen nach den Vorbeigehenden. Vielleicht wanderst du hindurch und lässt deine Kleidung von ihnen langsam - wie an Wiederhaken hängen bleibend - vom Leib reißen. Vielleicht singen wir Gutenachtlieder und wiegen uns in den Schlaf. Vielleicht reflektieren wir unser Bedürfnis nach immer mehr Stimulation. Vielleicht gibt es Bananenkisten, die zu Glory Holes für jedes Geschlecht und jedes Genital umfunktioniert wurden (was genau ist eigentlich ein Genital?). Vielleicht gibt es Geflüster. Vielleicht gibt es Pornosexualität. Vielleicht gibt es vervielfachte Gliedmaßen. Was auch immer geschieht – verträumt soll es werden oder fiebrig. Und Sexualität soll als etwas erfahrbar werden, das sich wenig um unsere Persönlichkeit schert.
Außerdem wird eine Paartherapeutin vor Ort sein, um in ruhigen Gesprächen das Thema Eifersucht aufzugreifen.
Was dich erwartet:
• somatische Neugier
• Massagen, die sich einzelnen Körperteilen widmen
• spielerische Erkundungen von Körperempfindungen
• Kartonarchitekturen und seltsame Werkzeuge
• die angenehme Unschärfe einer LSD- oder Ketamin-artigen Dämmerstimmung
• lustige, unheimliche, leicht albtraumhafte Intimität


Beata und Rebecca lesen Bücher, scrollen durch Instagram, hören Podcasts, sprechen miteinander und mit anderen, nehmen Substanzen, machen Atemübungen, schreiben ihre Träume auf, hören Musik, gehen tanzen, gehen shoppen. Sie haben etwas mit Kunst und Literatur und Sexualität und Geschichte studiert, massieren Menschen, lassen sich massieren, schlagen Menschen, werden geschlagen, fesseln Menschen, wurden gefesselt. Sie machen Qi-Gong, Yoga, Therapie, gehen ins Fitnessstudio, gehen ins Kino, gehen schwimmen, schauen Nachrichten, schreiben Bücher, geben Kurse, leiten Workshops, beraten und coachen Menschen, gehen zu Demos und berühren gelegentlich etwas Gras.
