DIE DENKTAFEL – DIE WIRKUNG DES DENKENS

Tobi Wieland (Berlin), Anamnese (Barcelona), Mistress Sade (Auckland), Laura Stanszus (Berlin), Angela Lamprianidou (Berlin), Flexquisit (Berlin), Eix (Berlin)

Spielzeiten: Freitag 11:00 – 21:00 / Samstag 11:00 – 21:00

Ort: Tankraum (Kachelhaus, Keller)

Ein Raum für Sound, Diskurs, Flüssiges und Impact Play

Was braucht das Denken vom Körper, um lebendig zu werden? Was könnte der Körper wissen, was das Denken allein nicht erfassen kann – und was entsteht, wenn das Denken beginnt, seinen Spuren zu folgen?

Der Think Tank vereint die konzeptuellen, sinnlichen wie erotischen Dimensionen von Kink unter den Festivalmotiven „Wenn die Zeit reif ist“ und „Sei wie Wasser, mein Freund“. Er lädt die Teilnehmenden in einen Raum des verkörperten Denkens ein, in dem sich Theorie in Fragmenten entfaltet, Sound durch Körper und Wasser fließt und sich die Aufmerksamkeit zwischen Intensität und Drift bewegt. Sound Art, Wasserspiele und Impact Play sowie Räume für freies Spiel schaffen ein Umfeld, in dem Denken nicht getrennt von Wahrnehmung existiert, sondern aus ihr hervorgeht.

Der Raum folgt einer fluiden, ortsspezifischen Logik. Impact-Play-Stationen und soundkünstlerische Interventionen bieten Ausgangs- und Ankunftspunkte; intellektuelle Inputs wie "Ekel und Freundschaft des Körpers?", "Der Blick und das Abjekte" und "Psychodynamik von SM und DS" eröffnen konzentrierte philosophische Reflexionsräume; Wassersport-Sessions wie "Die menschliche Skulptur" und "Meine Wässer ehren" erschließen weitere Register körperlicher Erkundung. Eine White-Noise-Gedenkmeditation für Phonoschrank, unseren verstorbenen Freund und Soundkünstler, trägt eine ruhigere Welle des Erinnerns. Freies Spiel begleitet den Raum, kommt und geht im Rhythmus der Gruppe und mündet schließlich in einem gemeinsamen Rave of the Whips.

Tobi Wieland ist ein akademischer Philosoph an der Schnittstelle von zeitgenössischer kritischer und feministischen Theorie und dem (Un-)Doing von Geschlecht und Sexualität. Seine Lehrformate bewegen sich zwischen akademischen und nicht-akademischen, sexpositiven Kontexten, in denen Theorie auf gelebte und verkörperte Praxis trifft. In seiner künstlerischen Forschung untersucht er die somatischen und performativen Dimensionen des Denkens und versteht Intellekt als etwas, das sich durch Körper, Gesten und Beziehungen entfaltet. Tobi hostet die Theorie-Abteilung am IKSK.

Anamnese hat einen akademischen Hintergrund in theoretischer Philosophie. Sie hat einen großen Teil ihrer Arbeit den Philosophien von Liebe, Sex und Emotionen gewidmet, sowohl im akademischen Kontext als auch in der sexpositiven Kultur.

Laura Stanszus beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit der Frage, was Menschen brauchen, um so zu leben, wie sie es wollen — es aber nicht ganz hinbekommen. Als Wissenschaftlerin, Coach und Doula ist ihr Lieblingsfeld die Sexualität als Ausdruck kreativer Lebenskraft — wobei Intensität für sie nicht nur nach außen, sondern auch nach innen kultiviert werden kann.

Sadie (Mistress Sade) ist eine professionelle Domina aus Neuseeland. Ihre Praxis ist auf die Zerstörung von Scham und die Rückeroberung von Slutdom und der heiligen Hure ausgerichtet. Sadie ist von Natur aus Sadistin und eine brutale Verführerin im Dungeon, die zwischen Archetypen und Modalitäten von Schmerz, Lust und Erniedrigung tanzt. Nach einer Ausbildung in verschiedenen Einrichtungen in Europa, darunter der Dominatrix Academy von Mistress Malissia im Jahr 2024, ist Sadies Praxis multidisziplinär und verbindet Tantra, Femdom und traditionelles BDSM. Sie engagiert sich für ethisches Femdom und Shadow Play als Mittel, um das patriarchale Ökosystem zu befreien, das die Kultivierung von Scham hervorbringt. Während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Berlin für fortgeschrittenes BDSM-Training nimmt Sadie mit großem Ehrgeiz europäisches WissDomme auf, um die BDSM-Landschaft in Neuseeland zu inspirieren und weiterzuentwickeln.

https://www.mistress-sade.com/

Flexquisit

Berliner Soundartist und Ghostproducer seit 2013. Aus dem Land der endlos fließenden Sounds kommend, formt er Musik über alle Genres hinweg - gebündelt zu reiner, flüssiger elektronischer Energie.

Eix ist Berliner elektronische*r Performer*in und Produzent*in, deren Praxis auf analog getriebenem, tanzbarem Trance und verkörperter Improvisation beruht. Ihre/seine/deren Sets und Live-Performances setzen auf physische Immersion, mit langen, hypnotischen Grooves, die kollektive Bewegung und somatische Tiefe anregen, und arbeiten dabei mit modularer Synthese, Tape-Texturen und improvisierter Strukturierung statt ausschließlich digitaler Sequenzierung.

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